Rezension

Romain Rolland – Pierre und Luce

Kurzbeschreibung
Im Paris des Jahres 1918 begegnen sich Pierre und Luce. Im trunkenen Gefühl ihrer Liebe vergessen sie den Geschützdonner über der Stadt – zwei selige Kinder, die über dem Abgrund spielen. „Hier spürte ich menschliche, moralische Überlegenheit, eine innere Freiheit ohne Stolz, Freiheit als Selbstverständlichkeit einer starken Seele. Auf den ersten Blick erkannte ich den Mann, der in entscheidender Stunde das Gewissen Europas sein würde“, schrieb Stefan Zweig über den Nobelpreisträger Romain Rolland, den es mit dieser Neuübersetzung wiederzuentdecken gilt. Im Paris des Jahres 1918, in das der Krieg tiefe Wunden schlägt, erleben zwei junge Menschen eine unvergleichliche Liebe. Pierre, Kind einer bürgerlichen Familie, verzweifelt angesichts der Rohheit, die ihn umgibt: Nur wenige Monate trennen ihn von der Einberufung. Luce dagegen, die sich mit Malarbeiten ihr Brot verdient, ist heiter, unbekümmert um ihre Armut wie um das Leben, das morgen schon zu Ende sein kann. Sie lieben sich, verschließen die Augen vor dem Abgrund des Krieges, verbergen sich in ihrem Glück, wissend um seine Unmöglichkeit.

Meine Meinung

„In jedem jungen Mann zwischen sechzehn und achtzehn Jahren steckt ein wenig von der Seele Hamlets. Verlangt von ihm nicht, den Krieg zu begreifen!“

Romain Rolland hat mit „Pierre und Luce“ einen sehr ehrlichen, etwas kitschigen Liebesroman geschrieben, der die Grausamkeit des Krieges widerspiegelt.

Die Geschichte spielt während des ersten Weltkriegs in Paris im Jahre 1918, genauer gesagt vom 20. Januar 1918 abends bis 29. März 1918.

Die Protagonisten könnten vom Lebensstil unterschiedlicher nicht sein. Während Pierre in 6 Monaten in den Krieg ziehen muss, verdient Luce ihren Lebensunterhalt durch ihre Malerei.

Die Protagonisten wachsen in verschiedenen Schichten auf. Während Pierre aus einer bürgerlichen Familie kommt, die sich um nichts sorgen muss, kämpft Luce täglich in Armut um ihr Leben. Ihre Lebensfreude hat sie dadurch jedoch nicht verloren.

Ihre Liebe im damaligen Paris ist einzigartig, denn in der damaligen Gesellschaft wurde eine Liebe zwischen zweier so unterschiedlicher Personen nicht geduldet.

„Pierre und Luce“ liest sich leicht und flüssig und punktet durch seine romantische, leicht kitschige Schreibweise. Die Protagonisten wurden liebevoll beschrieben und rühren den Leser durch ihre bedinungslose Liebe und stellenweise kindlicher Naivität.

Das Buch ist in einem wunderschönen dunkelroten Leinen gebunden. Das schwarz-weiß Portrait des küssenden Liebespaares ist locker um den Einband gelegt.
Die schlichte Aufmachung passt sehr gut zu der Geschichte und spiegelt diese wider.

Die Kurzbeschreibung ist toll geschrieben, verrät jedoch schon so ziemlich die ganze Geschichte, die mit gerade mal 117 Seiten recht kurz gehalten ist.

Sehr schön sind zum Ende hin die Anmerkungen sowie das Nachwort von Hartmut Köhler, der dieses Buch neu übersetzt hat.
Ein weiteres Highlight am Ende des Buches ist eine Leseprobe zu „Sommerwogen – Eine Liebe in Briefen“ von Mark Twain.

„Pierre und Luce“ ist ein literarisches Meisterwerk, dass die Grausamkeiten des Krieges aufzeigt, aber auch stets an die Liebe erinnert. Absolut empfehlenswert.

Für die Bereitstellung bedanke ich mich beim .

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